Ein Durchgang durch Realitäten aus meiner Sicht - Blog von Ulrich Bauer (Ergänzt ubpage.de)
Samstag, 31. Mai 2025
Freitag, 30. Mai 2025
Arbeit und alles
Ich denke an diesem Wochenende auch anlässlich gewisser Bemerkungen gewisser Regierungsmitglieder über das nach, was man allgemein als Arbeit bezeichnet. Muss man sich da von der „Work Life Balance“ verabschieden und den Spass an der Arbeit finden? Wo und wie soll das möglich sein? Arbeit scheint etwas sehr unterschiedliches zu sein, je nach Perspektive. Arbeit scheint mir auch ein schichtenspezifisches Phänomen. Ich erinnere mich sehr genau daran, als ich Akkordarbeit leistete, als ich Ferienjobs übernahm, bei denen ich gezwungen war, auch gesundheitsschädliche Tätigkeiten zu übernehmen und bei denen ich von jedeweder Kreativität weit entfernt war. Ich kam später auch in Berührung mit jenen Tätigkeiten, bei denen Kreativität und Selbstbestimmung nahezu selbstverständlich einzufließen scheint. Die beiden Pole scheinen mir die Möglichkeiten zu umkreisen, die im Begriff „Arbeit“ zu liegen scheinen. Seltsam erscheint mir, dass im Begriff „Arbeit“ all das zusammengefasst erscheint, was auch vor Finanzbehörden als „Lohntätigkeit“ in einem (möglichst durch Tarifverträge definierten) Beschäftigungsverhältnis durchgeht.
Es gab in der Vergangenheit oft das, was populär mit „Sich tot arbeiten“ umschreiben wird. Demgegenüber hat sich der Begriff der nun geradezu verteufelte Begriff der „Work-Life-Balance“ herausgeschält. Er meint eine neue Definition dessen, was ich in eine Lohnarbeit einfließen zu lassen bereit bin und dem, was vertraglich gefordert wäre. Unter diesem Etikett mag jemand auch nicht mehr bereit sein, sich in einem Job vereinnahmen zu lassen. Er hat möglicherweise auch etwas mit dem zu tun, was man als „Sinnsuche“ bezeichnen könnte.
Donnerstag, 29. Mai 2025
Discusstalk
Was mir zunehmend auffällt: Es werden einem in öffentlichen Diskussionen und Talkshows immer öfter diese unbedarften Parteisoldatinnen und -soldaten angeboten, deren Argumentation einem geradezu peinlich ist. Denn Zusammenhänge herzustellen, Einsichten herbei zu führen oder gar zu überzeugen scheint ihnen viel zu oft fremd. Mit einer als Gegner ausgemachten Person verfranst man sich dann lieber in fachgebundene Einzelheiten, ein Klima der Diskussion scheint simuliert zu werden, - doch sie geht nur in eine einzige Richtung, etwas soll glaubhaft verkörpert zu werden, dargestellt, glaubwürdig gemacht werden. Sie wiederholen meist die gängigen Parteifloskeln und -phrasen, ohne direkt danach gefragt zu sein. Wie von einer Festplatte abgespielt. So ungefähr könnte es damit zusammen hängen, egal was, - das reicht schon. So etwas steht meist weit unter dem Niveau einer drittklassigen politikwissenschaftlichen Diskussion. Nein, elitär sein, das wollen wir doch nicht! Das gilt nicht. Lieber populistisch simplifizierend. Hm. In einem akademischen Zusammenhang würde schnell geraunt, dass solch eine Person ständig am Thema vorbei labere und sich schlicht gerne selbst reden höre. Dies, obwohl die Selbstdarstellung ein wichtiger Inhalt der täglichen akademischen „Verkaufe“ ist.
Doch hier sind diese Wichtiggesichter aus dem Parteihintergrund oft akkurat frisiert, tragen auf ozempic-glatten Gesichtern Streberbrillen, werden meist als „Geschäftsführer“ oder stellvertender Geschäftsführer tituliert und scheinen eine Karriere in weich abgefederter Sicherheit vor und hinter sich zu haben. Weibliche Variationen dieses "Role models" sind oft auf dem Emanzipationsticket in ihr Amt gekommen. Anpasser. Karrieristen. Profiteure. Opportunisten. So stellt man sie sich vor.
Jedenfalls scheinen sie oft jenen Ton scheinmitleidigen Ton „von oben herunter“ an sich zu haben, der sich stets auf der rechten Seite weiß. Nein, eine solche Ansicht ist nicht populistisch (ein Standardeinwand!) und auch nicht antidemokratisch, sondern ganz im Gegenteil, an der Realität „draußen im Lande“ orientiert (wie das einmal ein früherer Kanzler genannt hat). Es ist womöglich einigermaßen undemokratisch, in Berlin eine Parteielite zu etablieren, die abgehoben von der Realität derer ist, die sie direkt und indirekt wählen. Jawohl, sie sind stets um Problemlösungen bemüht, wie sie mit halb beleidigtem Gesicht in den einschlägigen Talkshows verkünden, in denen sie regelmäßig auftreten, um sich eine Aura der Menschlichkeit zu geben. "Human Factor" nennen sie das. Dass sie das oft eine Spur zu „professionell“ tun, macht sie zumindest für die angreifbar, die einen Blick dafür entwickelt zu haben glauben. Jetzt aber abbinden, die Situation!
Dienstag, 27. Mai 2025
Musik teleologisch
Ich räumte der Macht der Musik schon früh in meinem Leben eine große Macht ein. Schien sie mich anfangs mehr oder weniger unbewusst zu beeinflussen, so wurde sie mir erst in der Folge sogar als ein vermeintliches Instrument der Annäherung an das Göttliche bewusst. In der Jugend. Dem Absoluten und ganz Großen galt es auch dem Zeitgeist gemäß näher zu kommen. Also improvisierte ich in mich hinein und hinaus. (Ich wählte keine formale Ausbildung z.b. an einer Hochschule, schien einem romantischen Ideal nachzuhängen, einer „freien“ Entfaltung meiner kreativen Kräfte und nicht der Verbiegung und Verbildung, einer Umlenkung und Gestaltung eben dieser Kräfte) Mit der Zeit wurde ich mir aber meiner pragmatisch begründeten Begrenzung bewusst und begrub dadurch immer mehr „den hohen Anspruch“, der wohl auch der Jugend und dem Zeitgeist geschuldet war. Ich war danach ganz offensichtlich unfähig, mich und meine Musik zu verkaufen, sie anderen Leuten irgendwie nahe zu bringen. Die Gesellschaft trat mir mit ganz anderen Ansprüchen gegenüber. Es ging ins Nichts.
Montag, 26. Mai 2025
Rotphase
Eine bestimmte Zeit lang war ich gezwungen, auf den Straßen unterwegs zu sein. Und ich war schockiert: Dauernd geriet ich in eine „rote Welle“, die Ampel schien grundsätzlich auf Rot zu schalten wenn ich kam. Das fing schon am ersten Tag nach einer Verlautbarung des Weltklimarats an. Es wurde darin heftig an Behörden appelliert, doch für einen intelligenten Verkehrsfluss zu sorgen, per Leitsystem die Haltezeiten, für die jeweils abgebremst und beschleunigt werden muss, zu verkürzen. Was ist? Es geht in die richtige Richtung? Oder: Alles wie gehabt, „business as usual“. Ja klar, Geld einnehmen und Steuern erheben, darin ist dieser Staat und eine bestimmte Partei groß. Wobei jetzt schon nicht mehr klar ist, für wen und was die jeweils jetzt schon erhobenen Steueranteile verwendet werden. Ab ins Staatssäckel! „Sondervermögen“ hin oder. Ich höre von „CO2“, „Wasserstoff“, usw......dabei hat die Verwirrung doch System, fließt doch jegliche Steuer in ein gemeinsames Säckel, das keine Spezial- oder Sonderverwendungen zulässt. Solche Überlegungen nimmt man von der Seite aus wahr, doch tatsächliche Bemühung scheint nicht geboten zu sein. Fehlanzeige. Dabei erscheint mir auch und gerade psychologisch dadurch das völlig falsche Signal gesetzt zu werden. Die Vorstellung, alles ginge einfach so weiter wie bisher, ist gleich mehrfach falsch. Wenn wir uns nicht regen und etwas tun, wird uns die Natur dazu zwingen, - unter schlimmsten Bedingungen!
Sonntag, 25. Mai 2025
Plaste
Ob ich zu weit unten in dieser Gesellschaft angesiedelt bin? Es kommt einfach nix Tatsächliches bei mir an!. Die Nachrichten und Features berichten von einem erschreckenden Plastikberg, die Politik verbreitet dazu eindämmende Maßnahmen - nur ich weiß kaum noch, wie ich das viele Plastik „entsorgen“ soll. Kunststoffkompositum. Sämtliche Eimer, ob grau, gelb oder braun quellen über. Die neue Koalition scheint da nur zuzusehen. Es ist eine Flut, der man sich kaum mehr erwehren kann. Alles scheint mindestens dreimal in Plastik bzw. Kunststoff eingepackt sein zu müssen. Immer noch. Es wird verbreitet, dass bestimmte Leute massiv daran verdienen würden und dass dies Plastik aus hygienischen Gründen nicht notwendig sei. Dies steht ganz im Gegensatz zu diesen vielen Talkshowrunden, die durch den Äther laufen und bei denen „Experten“ (die meist von der Industrie geschmiert scheinen) dies belieben zu verbreiten. Alles auf den Einzelnen abwälzen, so scheint die Devise zu lauten. Aber mal konkret: wie kann das weniger werden, es erscheint doch trotz allem nicht nötig? Ob hier mal wieder – so, wie längst bekannt! - die „Wohlstandsgesellschaft“ übertrieben hat? Ob sie keine Grenzen kennt, ob die Nachrichten von den vermüllten Meeren und dem vielen Plastik, dass sich bereits in uns zu befinden scheint, nicht zu einem Umdenken anregt? Vom Denken ins Machen kommen, so hörte ich jüngst eine Parole. Die Politik schiebt ihre Deadlines immer weiter hinaus und mahnt langfristige Untersuchungen an, die sich ihr dann zumeist als Alibi zur Passivität eignen scheinen. Sie wollte erst bis 2020, jetzt bis 2030, sie tut nichts, setzt keine Rahmenbedingungen, fühlt sich dabei sicher, erwägt scheinbare wirtschaftliche Interessen …….und man selbst fühlt sich machtlos. Ob so etwas eine Werbung für die Parlamentarische Demokratie im Gegensatz zu einem populistischen Nationalismus ist?Gerade jetzt wäre doch mehr Überzeugungskraft vonnöten. Ob es egal ist, ob dieser Planet untergeht? Ob sich dann Hierarchen mit viel Geld in den Weltraum absetzen wollen? Und wir bleiben auf einem zerstörten Planeten zurück? Nicht nur hier muss Europa nach vorne kommen.
Samstag, 24. Mai 2025
Produzenten
Wie hatten wir die bewundert, als Erfinder von Klangräumen, von Klangvisionen, als souveräne Regenten über Studiotechnik und als Handhaber von kreativen Ideen, als hörbares Verbindungsglied zwischen Technikern und Kreativen! Wir sehen an dieser Stelle vom Daueretikett „legendär“ ab, weil das im Grunde für alle Erwähnten gelten würde. Sam Philips und Colonel Tom Parker, die Elvis in den „richtigen“ Sound lenkten. Da alleine wären schon lange Geschichten zu erzählen. Die Stax-Klangbilder, die das, was später Soul genannt wurde, mit ihrer den Punkt treffenden Knappheit früh prägten. Atlantic-Boss Ahmet Ertegün, natürlich. George Martin, der Beatles Produzent, ohne den Lennon und McCartney nicht denkbar waren. Er formte wohl entscheidend das Klangbild der Beatles in der zweiten Phase. Aber da waren auch die vielen Auftragsproduzenten, die ihre von den Plattenfirmen diktierten Vorgaben bis hin zum finanziellen Budget genau erfüllten und als namenlose Umsetzer gelten dürfen Ja klar, ein früher Einfluss war dagegen Phil Spector mit seinem „Wall of sound“, den er allen „Kreativen“ überstülpte. Der Mann endete im Chaos., in der Hölle seines Selbst. Seine Produktionen mögen sich manchmal mehr nach Spector als den eigentlich in den Vordergrund gestellten „Künstlern“ anhören. Leider ist der Mann ins Hässliche abgerutscht. Wir können all die Faktoren, die dazu geführt haben, nicht beurteilen. Hugh Padgam später, der dem Progrock a la Genesis Flügel verlieh und auch vielen anderen Künstlern zum Wohlklang verhalf. Da spielte auch schon Trevor Horn mit rein. Der sich aller Mittel des High Tech bediente und daurch für ein durchgestyltes Klangdesign verantwortlich war. Er war wohl eine Art Gegen- und Hassbild mancher Medien, die im Unterschied zu Horn die Rückkehr des Echten, Autenthischen und der Wurzel verhafteten lobten und später dann in Rick Rubin einen Meister fanden. Dieser hatte Johnny Cash mit seinen Produktionen zu einem späten Comeback verholfen und lieferte – wie in der Popmusik oft praktiziert – die Blaupause für viele andere „Down to earth-Produktion. Er war es auch, der mit einem solchen Konzept verschwundene Künstler wie Donovan neu produzierte. Möglichst wenig Technik, war wohl seine Devise, obwohl er als Dauerproduzent für Bands wie die Red Hot Chili Peppers da keine Berührungsangst kannte und in einer zweiten Phase seiner Karriere auch zahlreiche wie Shakira Mainstreamstars produzierte, worüber niemand so richtig erstaunt schien. Wir setzen diese „Produzenten-Reihe“ fort.
Freitag, 23. Mai 2025
Produzieren
Bei meinen eigenen Musik-Produktionen habe ich alles selbst gespielt, entworfen, umgesetzt - früher sagte man „komponiert“ dazu. Dank des Stands der Technik ist und war das möglich. Ich entwarf dadurch eine Art akustisches Abbild meines Ego „in Motion“. Dazu verwendete ich bewusst und unbewusst auch die Mittel, die mir in 50 Jahren zugewachsen waren. Zb habe ich die gtr vor allem für Sounds eingesetzt, weniger für Soli. Mein Ego, mein Autismus - in Wirklichkeit ist es auch ein Abbild dessen, was mich umgeben und beeinflusst hat, welche Energien und Situationen auf mich eingewirkt haben. Subjektiv? Ja klar! Am Ende hat man nur sich selbst. Man ist auf sich selbst zurück geworfen und es ist eine Aufgabe, dadurch nicht allzu selbstbezüglich zu werden. Ich erinnere mich an viele Situationen, wie jemand eitel vorzeigt, wie gut er (natürlich solo!) Gitarre spielen könne. Dabei reproduzierte er die Phrasen und Wendungen, die jeder kennt. Ich versuchte eines Tages das zu nehmen, was ich gelernt und mir angeeignet hatte, was ich konnte, was ich mir vorstellte. Ich versuchte, etwas Persönliches draus zu machen.
Donnerstag, 22. Mai 2025
Star Gottesdienst
Das habe ich mal vor langer Zeit geschrieben. Schon damals schrieb ich: Lange ist es her. Nach dem Besuch eines Konzerts eines „Superstars“, geschrieben, aber nicht veröffentlicht, aus meiner für mich typischen Beobachter-Perspektive heraus: Es ist ein einziger Gottesdienst, in dem seine großspurige Überheblichkeit und zynische Arroganz gefeiert wird. Seine Verächtlichmachung und sein Spott über all die, die schwach sind und nicht so reich wie er. Sie feiern ihn dafür. Er vermischt das damit, dass er spielerisch aufblitzen lässt, wie sehr er gleichzeitig einer von ihnen ist - der alte Pop-Trick. Er, so verbreitet er mit Gesten und Worten, breit grinsend, hat sich aus dem Sumpf heraus gearbeitet. Wieso nicht du? Die Medien berichten untertänigst darüber. Die Band spielt zwar fantastisch dazu, ist aber kaum einer Erwähnung wert, ihre Mitglieder sind austauschbar. Werbung blitzt auf, Werbung ist plötzlich überall. Nun ja, das machen zb. prominente Sportler auch so. Sie alle versuchen, „Prominenz“ in Geld zu verwandeln. Es ist dies hier eine Anbetungsorgie, in Geld gegossene Verehrung, auf peinliche Weise abgehoben von den Realitäten dieser Welt, denen man auch durch das Massenerlebnis ja gerade mit einem solchen charismatischen Wichser (Frauen scheinen an dieser Stelle noch weniger gefragt) entkommen will. Oder? Charisma? Wird hier ein bestimmtes faschistoides Verhaltensmuster eingeübt (z.b. eine Gleichgerichtetheit des „Gefühls“) oder - macht das nur „harmlosen“ Spass? Als „Freizeitaktivität“? Als Unterhaltung? Wird hier Charisma zum Zwecke der Verkaufe ausgenutzt? Ist das dort auf der Bühne eine Figur, die zum Konsum animieren soll? Marke, Markenaustausch. Wer ihn hört, findet auch die Marke toll. Entsteht dadurch eine Distanz zu den „Fans“? Oder sind diese inzwischen auf exakt solche Trips in einer durchkommerzialisierten Welt voller Werbeclips getrimmt?
Mittwoch, 21. Mai 2025
Dienstag, 20. Mai 2025
Sport und Spoensoren
Es wird wohl immer krasser, das aber schleichend, so dass niemand etwas davon zu merken scheint und alles für „normal“ hält: Sportler sind inzwischen Werbeflächen und drängen sich einem mit ihren „Botschaften“ bei jeder Sportübertragung auf. Der Trick ist, das Sportler auf Sponsorengelder wie diese offenbar angewiesen sind, dass sie auf subtile Weise gezwungen sind, sich so zu verhalten und sich als "Werbeträger" zu "verkaufen". („Marktwirtschaft, klar!“) Dass auch ihre jeweiligen Verbände davon weitgehend abhängig sind. Der Trick ist auch, dass diese Sportler seit früher Kindheit auf Werbe-Clips geprägt sind, und dazu neigen, deren Botschaften zu glauben. Der Trick ist auch, dass alles, was Werbung betrifft, im öffentlichen Bewusstsein in den Bereich des „Normalen“ übergegangen ist und als solches akzeptiert wird. Doch was macht diese Werbeindustrie anderes, als „Fake News“ und die Wonnen einer längst vergangen farbigen Wachstumsgesellschaft zu verbreiten? Müssen wir vielleicht noch einmal neu darüber nachdenken, was wir wirklich brauchen aus dieser Konsumindustrie und was nicht? Gilt es gerade, diesen Werbebotschaften, die sich doch aus tausend Gründen längst ad absurdum geführt haben, zu misstrauen? Der Trick ist auch, dass diese Art der Werbung immer noch zu funktionieren scheint, dass sie gewisse Produkte in unserem Bewusstsein zu verankern scheint, dass diese „Produkte“ längst zu Statussymbolen geworden sind, mithilfe deren man sich von anderen absetzt und Identität gewinnt.
Montag, 19. Mai 2025
Sinn
Sinn, eine Kategorie, die mich früh beschäftigte. Schon damals, als wir in der Schule den „Mythos des Sysyphos“ von Albert Camus durchnahmen. Leuchtete mir ein. Mir freilich war schon damals klar, dass es darum ging, sich einen persönlichen Sinn zu schaffen – und nicht den absoluten zu begreifen. Einer wie Viktor Frankl war es, der mich darin beeinflusste. Sinn ist womöglich das, was wir aus uns machen. Nicht nur im Sinne eines Status. Mir war klar, dass wir limitiert sind. Dass uns allenfalls Ahnungen möglich sein können. Auch in plötzlichen Erleuchtungen. Ich habe darauf gehofft, so etwas aber bis heute nicht erlebt. Also konnte ich nur mich selbst und noch viel besser "Das Göttliche" in mir suchen. Wissen, wer man ist und wo man ist. Welchen Einflüssen man als soziale Existenz ausgesetzt ist. Dabei eine Sinnlosigkeit aushalten, das könnte ein Ziel sein. Den Stein immer wieder nach oben rollen. Und mit ansehen müssen, wie er unweigerlich nach unten rollt. Dies könnte auch auf das Glück zuführen. Als ein Ziel, das jenseits von diesem alltäglichen Pragmatismus liegt, der unseren Alltag prägt. Kreativität verschafft uns einen Spielraum. In ein bestimmtes Tun einen Sinn hinein legen. Nicht dem Sinn folgen, den andere postulieren. Wir müssen versuchen, uns selbst unseren Sinn zu stiften und ihn keineswegs verallgemeinern. Dies hängt mit der Idee der Selbstbestimmung zusammen. Selbstgenügsamkeit. Achtsamkeit. In sich selbst suchen.
Sonntag, 18. Mai 2025
Blackstar
Ich habe heute morgen mal wieder „Blackstar“, die letzte Scheibe (jetzt uralt! Von 2016) von David Bowie gehört: von vorne bis hinten jeden Titel. Ein richtiger Fan von Bowie war ich ja nie, obwohl er aus demselben zeitlichen Umfeld kommt wie ich selbst. So richtig konnte damals kein Kritiker etwas mit diesem letzten Album anfangen. Rock scheint halt nichts zu sein für die letzten Dinge. Ich selbst habe durchaus negativ wahrgenommen, wie er als einer der Totengräber des Rock`n Roll sich selbst in einer Art Aktie an die Börse brachte und seine Anteile an ein Private Equity-Unternehmen veräußerte. Schillernder Millionär. Abgesehen von dem Pathos, das dem letzten Album inne wohnt, habe ich oft über raffinierte tontechnische Effekte gewundert, die da zu hören waren. Ein Großkünstler des Rock, der den von außerhalb unseres planetarischen Gesichtskreises kommenden Alien spielte. Ein Experimentator auch. Innovator mit typischer Stimme und Ausstrahlung. Personality. Ein Offenheitskünstler, der freilich die ihn umgebenden Künstler nach Belieben eingesetzt und wieder entlassen hat.
Samstag, 17. Mai 2025
Durchlauf
Junge Körper. Werfen Bälle. Führen irgendwelche Figuren aus. Im Kreisel. Strahlen um die Wette. Werden benotet. Je nach „Leistung“. Auf der Jagd nach der Trophäe. Dem Pokal. Ein gealterter Handballnationaltrainer wird für 3 Sekunden im Fernsehen aufgeploppt. Ein Streiflicht, mehr nicht. Sitzt da und bildet sich ein Urteil. Unbeachtet. Stars. Superstars. Wen interessiert`s? Ausrangiert. Held vergangener Tage. Hat eine Bande zum Erfolg getrieben. Ist jetzt offenbar zufrieden mit seiner Rolle. Identifiziert sich aber noch immer. Macht sich seine Gedanken. Offenbar. Der Sport ist schon ein heftiger Durchlauferhitzer, so denke ich mir sodann. Hier rein, dort raus. Gestern Meisterschaft gewonnen, heute vergessen. Gesichter, die einem bestenfalls bekannt vorkommen. Vielleicht ist die ganze Gesellschaft ein Durchlauferhitzer. Ein durch einen Tunnel durchgeschobener Artikel, der möglichst Erwartungen erfüllen sollte und dabei möglichst wenig kosten sollte. Die ehemaligen Meistersportler verkörpern das wie durch ein Brennglas. Sie geben ein symbolisches Bild ab. Anders geht es nicht. Ist es dem Menschen nicht möglich.
Donnerstag, 15. Mai 2025
Blau machen
Im Altertum verfolgen vor allem die Ägypter den Traum vom Blau auf Erden. Sie beschaffen Lapislazuli, den Stein der Pharaonen. Er soll den speziellen Farbstoff hergeben, mit dem man malen kann. Doch zerkleinert man Lapislazuli zu Pigment, etwa mit einem Mörser, bleibt nur ein graues Pulver. Was haben die Ägypter wohl gemacht, um ihr typisches „Ägyptisch-Blau“ herzustellen? Es scheint so, als habe das Metall Kupfer dabei eine große Rolle gespielt. Kupfererde wurde geschmolzen und ein Metall daraus gewonnen. Eine Art „Abfallprodukt“ war dabei die bei diesem Prozess entstehende Schlacke. Es kommt dabei vor, dass diese Schlacken blau anlaufen. Das mag schließlich unter gewissen Bedingungen zum Rezept des typischen „Ägyptisch-Blau“ geführt haben, das als Kupferoxid-Malfarbe für Glas und Glasuren taugt. Das Blau des Himmels sollte somit die Götter preisen. Doch die Ägypter sind nicht die einzigen, die dem Blau auf diese Weise nachjagen. Die Reiche des Altertums erfinden jeweils ihr eigenes Blau. "Smalte" ist ein Farbstoff, der zum Blau in Mesopotamien führt. Dann wurde "Han-Blau" im frühen China aus Barium erzeugt. Im frühen Mittelalter wächst die Sehnsucht der Menschen, Blau in ihr Leben zu integrieren. Es war dies ein mystisches Blau von einem mystischen Ort. Bis heute hält diese Faszination an. Laut Umfrage ist Blau die Lieblingsfarbe der meisten Menschen in der Welt. Wir verbinden mit ihr vor allem Vertrauen und Treue. Nicht umsonst hat auch hierzulande eine ganze Reihe von Markenartiklern, bei denen es vor allem um Vertrauen geht, Blau zu ihrer Farbe gemacht.
Mittwoch, 14. Mai 2025
Punky Funky
Ja klar, man hatte das alles live mitgekriegt. Aber der Punk ist längst zu einem musealen Ausstellungsstück geworden, ist gebröckelt und zerstoben. Wohin sind seine Protagonisten? Wir wissen es nicht. Verschwunden. „No Future“. Damals und heute hatten wir „Stop making sense“ sehr gerne gesehen. Dadaismus, in den scheinbar Kundige unbedingt etwas Kluges hinein interpretieren mussten (Klamotten zu groß etc.). David Byrne aber, der Oberanführer dieser Richtung, erschien mir als ein Punk jener Art, dem ich guten Gewisses und Wissens folgen konnte. „Psycho Killer“ war eine erste Hymne, ein dringlich lächerliches Statement in einer Welt der Verzweiflung und fehlenden Zukunft. Das alles war eingehüllt in einen Sound, der in seinem organisierten Chaos auch Slogans, Verweise, Rebellion als Zitat und ein Lächeln aufblitzen ließ. Humor. Krach. Emotion. Ein anregendes Gemisch. Was war davor gewesen? Supergroups? Große Könner, die sich um sich selbst drehten? Genesis und Yes? Aus dem Dreck heraus in zivilisierte Kultur. Wiedergewonnenes Pathos. Große Auftritte. Drogentote. Dann der Rückzug ins Einfache. Die Reaktion auf die Umwelt in uns. Tausend Revivals, der große Trip ins Geldverdienen. Danach wieder Verschwinden.
Jetzt kommen die Punkveteranen als erfolgreiche Geldverdiener mit dürrem Zopf wieder, als Ärzte, Rechtsanwälte, Immobilienentwickler. Sie halten jetzt große Reden über Rebellion, wobei das, woraus sie einmal geschöpft hatten, längst verraten und verkauft scheint. Dem Kommerz. Und welche Rolle spielen eigentlich die Punks der Rechten? Die auf Gewalt stehen? Auf Autorität. Von außen gesehen erscheint uns alles als durchlöchert. Obsolet. Zitat eines Zitats. Unterm Dreck hervor geholt.
Dienstag, 13. Mai 2025
Die Mechanismen der Anpassung
Die Anpassungsmechanismen der anderen (immer die anderen!!), das alltägliche Buckeln, bloß keine Empfindlichkeiten zeigen: das sanktionieren die Kollegen und die Chefs sofort mit Liebes- , das heißt letztenendes Geldentzug. Mit Mobbing auch. Mit bereit gestellten Fallstricken. Mit Blicken. Mit Verachtung. Du musst funktionieren. Zum Beispiel nicht krank werden. Sofort rückt sonst jemand anderes an deine Stelle. Und zwar dauerhaft. Du bist austauschbar, auch wenn du dich selbst für einmalig hälst. Da ist schleunigst jemand anderes gefunden, der dich vollständig ersetzt. Trotz Arbeitnehmermarkt. Wieso haben die anderen so wenig Abstand zu dem, was sie tun? Wieso können die sich dermaßen identifizieren mit ihrem Job, mag er noch so entfremdet sein? Sie haben doch vielfach sogar studiert, haben sich im Blick geübt, der im Alltäglichen das Unalltägliche aufsucht, der die Distanz zu den Dingen und zu sich selbst sucht, können analysieren und reflektieren. Oder etwa nicht? Waren sie nur ausgebildet worden? Zum Rädchen im Getriebe? Haben sie sich die Analysemethoden angeeignet, um zu erkennen, dass in solch eingeschlossenen Verhältnissen, in solchen betrieblichen Strukturen die Macht wohnt und die Machtausübung anderer implizit eingeschlossen ist? Früh gelernt, sich dieser Macht zu beugen, sich darin einzurichten? Flüchten? Ob solche Ansichten auf Möglichkeiten etwas zu idealistisch gedacht sind? Sich in den Elfenbeinturm des akademischen Betriebs flüchten? Geht das? Bloß keine Zeitverträge! Funktionierte auch schon besser. War auch mal besser. Wie kann man das so akzeptieren, sich zu eigen machen? Die Rolle, in die man hinein dressiert wurde? Ob das etwas mit unserem Bildungssystem zu tun hat? Schon die dauernd praktizierte Formulierung „Wir“. Wer ist wir? Die Gesellschaft? Alle? Der Betrieb? Der stark ist? Besser als andere? Der sich ein Monopol erobert hat?
Montag, 12. Mai 2025
Faul, träge im Müßiggang
Wir nehmen uns etwas vor. Ab morgen wird das besser mit uns, ist ja auch vernünftig. Bevor uns ein starker Mann (!) sagt, wie das gehen soll. Oder eine Partei der Bestimmer, Steuerabzocker und Besserwisser. Doch jetzt gilt es , gerade jetzt ist es am günstigsten. Also den nächsten Flug gebucht in den Kurzurlaub. Im Wirtshaus noch schnell das Schnitzel bestellt. Mit dem Auto noch schnell wohin gefahren, weil wir das schon immer so machten. Überzeugungen und Gewohnheiten. Trägheit. „Ich doch nicht!“. Ja klar, es soll nach dem Willen der Industrie auf den Einzelnen herunter gebrochen werden. Da machen wir nicht mit, denn wir sehen ja glasklar die politische Dimension. Jetzt erst mal nichts anderes probieren. Das läuft alles automatisch in uns ab. Routinen. Verhaltensmuster. Ein Bedürfnis zur Kontinuität. Es geht weiter. Mit der Abwehr von allzu großem Veränderungsdruck. Vielleicht auch, um Dauerreflexion und Notwendigkeit von Begründungen latent zu halten. Gewohnheiten, Routinen, Lebenspläne. Mündet in einen Konservativismus. In eine Trägheit. Letztenendes eine Bekräftigung der Macht des Faktischen: alles ist so, weil es so ist. Wirklichkeit. Stabilität. Ein Bild der Realität.
Sonntag, 11. Mai 2025
Samstag, 10. Mai 2025
Leistung, Sport,Stars
Junge Körper. Werfen Bälle. Führen irgendwelche Figuren aus. Im Kreisel. Strahlen um die Wette. Werden benotet. Je nach „Leistung“. Auf der Jagd nach der Trophäe. Dem Pokal. Ein gealterter Handballnationaltrainer wird für 3 Sekunden im Fernsehen aufgeploppt. Ein Streiflicht, mehr nicht. Sitzt da und bildet sich ein Urteil. Unbeachtet. Stars. Superstars. Wen interessiert`s? Ausrangiert. Held vergangener Tage. Hat eine Bande zum Erfolg getrieben. Ist jetzt offenbar zufrieden mit seiner Rolle. Identifiziert sich aber noch immer. Macht sich seine Gedanken. Offenbar. Der Sport ist schon ein heftiger Durchlauferhitzer, so denke ich mir sodann. Hier rein, dort raus. Gestern Meisterschaft gewonnen, heute vergessen. Gesichter, die einem bestenfalls bekannt vorkommen. Vielleicht ist die ganze Gesellschaft ein Durchlauferhitzer. Ein durch einen Tunnel durchgeschobener Artikel, der möglichst Erwartungen erfüllen sollte und dabei möglichst wenig kosten sollte. Die ehemaligen Meistersportler verkörpern das wie durch ein Brennglas. Sie geben ein symbolisches Bild ab. Anders geht es nicht. Ist es dem Menschen nicht möglich.
Donnerstag, 8. Mai 2025
VerbraucherInnen
Auf der einen Seite sollen wir unablässig shoppen und konsumieren, fressen und saufen, damit „die Wirtschaft“ besser läuft. Am besten wäre es, wenn wir die ganze Zeit verbrauchen, essen und trinken bis zum Erbrechen würden. Auf der anderen Seite aber sollen wir gesund leben. Vieles von dem, was wir essen und trinken, ist aber gar nicht gesund. Und für die Gesundheit wird ja ohnehin alles getan. Das heißt: es soll im Einklang mit den Geboten eben dieser Gesellschaft möglichst effizient getan werden. Der Schuss kann aber auch nach hinten los gehen, was sich unter anderem in neuen Krankheitsbildern zeigt. Orthorexie ist ein Krankheitsbild, das dadurch entsteht, dass sich Leute nur noch gesund ernähren. Sie meinen es. Sie haben eine bestimmte Lehre zu ihrer Religion erhoben. Die haben dann aber bestimmte Mangelerscheinungen, weil sie bestimmte Dinge nicht mehr essen. Der Staat gibt noch bestimmte Verbote hinzu, für Sachen, die nicht gesund sind. Das Rauchen zum Beispiel. Aber auch der Alkohol könnte auch noch stärker geächtet werden. „Nicht gesund“ meint in diesem Zusammenhang aber vor allem die Folgekosten für die Gesellschaft: das ist teuer und steht unausgesprochen unter den teilweise recht abschreckend ausfallenden Warnhinweisen. Wobei diese Gesellschaft durchaus noch unpassendere Gelder verschwendet als diejenigen, die sie für das ausgibt, was sie für Genuss hält. Doch der Mensch soll sich auch diesbezüglich noch weiter selbst optimieren und sich ökonomisieren.
Mittwoch, 7. Mai 2025
Kunstbeflissen
Als ich jetzt wieder mal etwas über eine Ausstellung las, wurde mir wieder bewusst, wie sehr ich von Kunst beeinflusst war, bewusst und unbewusst. Die frühen Besuche in der Staatsgalerie, das betroffene und erschütterte Verweilen vor einem Picasso (weil es dieser kanonisierte heilig gesprochene Picasso war?, heutzutage drängen sich mir Fragen auf, im „richtigen“ Leben galt vielmehr: Picasso, dieser Frauenheld und Stierkampfbegeisterte). Das Blättern in Kunstbänden, die Filme von Tarkovski und Wim Wenders, die Lektüre von Kafka, das Einbeziehen von Traum in die Realität, deren Überschreitung und sanfte Konfrontation mit „dem Anderen“, - wie ich alleine das Centre Pompidou besuchte und die Dinge auf mich wirken ließ (ich ließ zu viel „auf mich wirken“), wie ich da Bilder von Yves Klein suchte und sofort fand, Max Ernst, van Gogh, ich verstand das als Leben, nicht als davon getrennte Sphäre von Kunst (die ist ja nach Goethe „heiter“ und eine eigene, davon abgetrennte Sphäre). Später kamen die alten Italiener, die mich auf dem Weg zur Mona Lisa zum ersten Mal wie ein Blitz trafen: Caravaggio, der einen wie ein Blitz traf und in dessen Blau man baden konnte, später Botticelli in einer eigenen Ausstellung, einer, der für mich dringlich wurde, einer, dessen Wirkung mich faszinierte, dem ich nachfühlen wollte auf seinem Weg zur Schönheit. Ich erreichte sie alle nicht, sie blieben Inspiration für meine Existenz. Leonardo da Vinci ist bis heute einer meiner Säulenheiligen, nicht nur wegen seiner Gemälde, sondern wegen seinem universalen Anspruch: er wollte mehr verstehen, starrte stundenlang ins Wasser und versuchte sich neugierig am Absoluten….In meinem Zimmer die (aufgezogenen) Bilder von Emil Nolde (der sich als Person des realen Lebens später einigermaßen disqualifizieren sollte), Feiningers Linien, die sich irgendwo schnitten (im Unendlichen?), Max Ernst, Beckmann und Dali: diese Sphäre, der ich mich nah glaubte und die doch so fern war. Später die Besuche im Gropius-Bau und im Kunstmuseum bei Dieter Roth, der mich restlos faszinierte, Aufbruch, Revolution und Resignation, Zerstörung und Kreation… das alles sickerte in meine Welt ein, breitete sich aus….Erst jetzt erkenne ich, wie sehr mir das geschadet hat, wie sehr ich das zu meinem Schaden mit der Realität verwechselt habe.
Dienstag, 6. Mai 2025
Recht
Rechtliche Gegebenheiten werden offenbar bei politischem Willen schnell geändert, - bis hin zum Grundgesetz. Fehlt hingegen der politische Wille, beruft man sich von Seiten der gewählten Mächtigen gerne auf den Rechtsstaat - oder biegt das Gesetz so, wie es einem gefällt. Aktuelle Beispiele dafür liegen nahe. (Unausgesprochene) Folge: Ihr müsst dann alle Kosten übernehmen, auch für die Zukunft und für die vielgestaltigen Folgen solcher „Aktionen“ ist zudem die Nachwelt verantwortlich, so könnte es heißen. Irgendwie geht das schon. Zudem werden allerlei Argumentationen vorgebracht. …… die finde ich zumindest tricky.....wird von vielen Medien folgendermaßen verkauft: Die rechtlichen Voraussetzungen für die Grundgesetzänderung sind vorhanden, äh geschaffen.....Was mich stört, ist nicht dass überhaupt etwas passiert, sondern wie es passiert. Auf den letzten Drücker. Fast beiläufig.
Montag, 5. Mai 2025
Starkult
Starkult? Geht oft mit Führerkult zusammen. Darin liegt etwas Gefährliches der Popszene. Sie übt Verhaltensmuster ein. In einem Blog schrieb ich über Charisma: „Das Problem ist, dass bestimmte Leute meinen, sie und nur sie seien im Besitz der absoluten Wahrheit. Nach eigener Einschätzung berechtige sie das zu allem. Auch dazu, Leute umzubringen. Schon Lenin hat diese gefährliche Haltung vorgemacht. Ein Schlächter. Stalin hat das dann perfektioniert, indem er Millionen hat über die Klinge springen lassen.
Gewisse Intellektuelle haben viele Jahre danach seine gefährlichen und mörderischen Phrasen nachgeplappert. Peinlich. Auch dieser unsägliche und spießbürgerliche Honecker hat sich daran beteiligt. „Den Sozialismus in seinem Lauf, hält weder Ochs noch Esel auf“. Sein Spruch. Und Walter Ulbrichts berühmtes Diktum (kurz bevor er seinen Spießgesellen Erich Honecker die Mauer hat errichten lassen): „Niemand hat die Absicht, eine Mauer zu errichten...“ Nachgeordnete Spießgesellen haben solchen Nonsensbonmots Beifall geklatscht. Und es mit Mord und Totschlag umgesetzt. Es gab allzeit immer zu viele Spießgesellen, Umsetzer. Später sind die Machthaber dann doch aufgehalten worden, hauptsächlich von denen, in deren Interesse sie zu handeln glaubten, - was sie für sich jederzeit klar in Anspruch nahmen. Alte unsägliche Knattle-Opas sind übrig geblieben. Sind geflohen. Konnten unter Tausenden nicht „belangt“ werden. Haben sich geduckt, so, wie sie sich immer geduckt haben, um „anzukommen“. Doch ihr totalitärer Macht- und Kadergedanke, er lebt in den verschiedensten Formen fort. Er scheint für die Durchblicker aller Zeiten allzu anziehend und verlockend, - auch und gerade in den sich selbst so definierenden parlamentarischen Demokratien, die in Wirklichkeit weitgehend von den Wirtschaftsoligarchien und ihren Lobby-Handlangern beherrscht werden. Nur, dass das in heutigen Zeiten zeitgemäße und allzu „moderne“ Formen gefunden hat. „Forschungsinstitute“, Think Tanks und Berater segnen alles ab, führen hin, reden ein und setzen es im Namen ihrer vorgeschobenen öffentlichen Figuren nach allen Regeln ihrer „Kunst“ um. Immer noch besser als das, was ein amerikanischer Präsident jetzt vorführt.
Sonntag, 4. Mai 2025
Kommunikation
Das Wort und die Relevanz sämtlicher Äußerungen des Individuums überhaupt scheint in unserer Gesellschaft doch stark zurück gegangen zu sein. Bildergeschichtlein dominieren. Infantilität. Was vorerst bleibt, sind vielleicht Fragmente, Fetzen, Verfremdungen. KI-Erschaffenes. Ob das Unsinn ist? Ich mache mir auch keinerlei Illusionen über Formen wie Blogs oder Soziale Netzwerke. Sie tragen wohl eher zur Banalisierung des Einzelnen bei. Dieser Einzelne scheint sehr stark zu dieser Entwicklung beigetragen zu haben, indem nämlich heute auch scheinbar lyrische Texte industriell, arbeitsteilig und geradezu maschinell hergestellt wurden und zunehmend werden. Stichwort: KI. Der Druck auf die Tränendrüse ist etwas Gekonntes und Vorhersehbares. Der Wutausbruch wird planmäßig herbeigeführt (jeweils beim „Durchschnittsuser“). Das Sentimentale lockt. Alles erscheint austauschbar. Die Lüge beherrscht das Feld. Es herrscht das Kollektive, „Big Data“, der Algorithmus, das kalte Berechnen, - auch gerade der Emotionen. Das technokratisch „Gekonnte“ scheint hierbei das Ideal, nicht das Erschaffene, aus dem Nichts Geschöpfte, sondern das zurecht Manipulierte. Das „Tun-so-als-ob“ beherrscht die Szenerie. Songlyrics werden heutzutage „gemacht“, zusammengesetzt aus Versatzstücken, aus synthetischen Perspektiven, die ein Publikum rühren. Es wird dadurch alles (auch die Images) immer austauschbarer, es wird zur kalten Ziffer, zur Zahl, zum manipulierten Etwas.
Samstag, 3. Mai 2025
Öffentlichkeit
Wenn ich meinen Blick über den Horizont öffentlich geäußerter Meinung streifen lasse, so kommt es mir immer öfters so vor, als würde man tatsächlich nur das wahrnehmen können, was aus der Kaste von weniger als 2/3 unserer Gesellschaft stammt, nämlich jener, die im Einklang mit den Mächtigen und im Sinne einer ehemaligen Kanzlerin von sich behaupten können „Uns geht es gut“. Diese gut abgefederten Meinungsmacher drehen eitle Salti ihrer Selbstüberhöhung, profilieren sich, deuten sich selbst als Avantgarde und wissen natürlich alles (besser). Das sind materiell relativ gesicherte Leute, die aus einer scheinbar sicheren Distanz in dieser Gesellschaft konstatieren, was „in“ und was „out“ oder „over“ sei. Leute, die sich als wahre Intellektuelle darstellen, die den Wandel der Zeit insofern aufmerksam verfolgen, als sie das Fließende und Ungefähre bei uns tatsächlich zu benennen versuchen. Pop ist vorbei, so ihre einhellige Analyse. Postmoderne schon lange. Doch was jetzt? Offensichtlich braut sich etwas zusammen. Es scheinen mir das alles Beobachtungen vom Ufer der Gewinnerseite, der gepflegten Langeweile, der abgesicherten Ignoranz in klar definierten gesellschaftlichen Kasten zu sein. Ohne Angst, ohne Furcht. Doch wem das Wasser bis zum Halse steht, der hat keinerlei Zeit für solche "Laidback"- Kritik, die vorgibt, ja noch immer auf das Ganze zu zielen und nicht nur die Interessen einer gewissen gesellschaftlichen „Blase“ in sich zu tragen.
Freitag, 2. Mai 2025
Polittheater
Jetzt sind die neuen Alpha-Tiere aus ihrer Partei hervor getreten: Sie sollen im Kabinett alles besser machen. Nach dem vergesslich-besserwisserischen Vorgänger und seiner Gang keine Kunst! Den Laden in Schwung bringen? Man solle ihnen erstmal die Gelegenheit dazu bieten, ehe man kritisieren dürfe, - so heißt es übereinstimmend. Kritik verboten. Jetzt erstmal Wachstum! Im Hintergrund stänkert ein Alt-Sozi ein bisschen: alleine schon aus Proporzgründen will er eine nahezu unerträgliche Parteivorsitzende sehen, während der lächelnde Vorsitzende die Fäden zieht. Heraus zum 1. Mai! Demonstration! Die Berliner Inszenierung, nächster Akt.
Donnerstag, 1. Mai 2025
Arbeit und Moral
Ist Arbeit sinnstiftend in unserem Leben? Wie weit geht das? Wann ist man erschöpft? Wann will und kann man nicht mehr? Hilft der fortwährende Vergleich mit denen, die viel mehr arbeiten? Welche Rolle spielt hierzulande das Renteneintrittsalter und wieso gibt es da so große Unterschiede in der EU? Der große neue Vorsteher sagt „Wir müssen wieder (!) eine andere Beziehung zur Arbeit haben. Es kann ja auch Spass machen“. Ja klar, dieses „es könnte Spass machen“ sitzt einem ja drohend im Nacken. Man weiß davon, aber man kommt da nicht mehr ran. Außerdem: Die Identifikation mit dem Job ist nicht mehr das, was es einmal war. Ob da gewisse Massenentlassungen eine Rolle gespielt haben? Ob der Mensch da als möglichst zu beseitigender Kostenfaktor angesehen wurde? Schnell mal austauschen, wenn`s beliebt? In Zukunft zugunsten der KI (AI)? Wer kennt nicht diese Gestalten, die sich im Laufe der Jahre für eine Firma aufgeopfert haben und am Ende doch ziemlich unwürdig entlassen wurden? Raus geschmissen? Weg geschmissen? Ob es sich dann gelohnt hat, sich für diese Firma einzusetzen?
Es entscheidet allzu oft das Maß an Rücksichtslosigkeit über ein Dasein, das sich gerne locker und in Wohlstand gut abgesichert gibt. Sich kurzfristig auf Kosten eines anderen durchsetzen. Arbeit zu ihm verschieben. Ihn ausnutzen. Davon profitieren. Die alten Unterschiede der Menschen werden „kultiviert“: diejenigen, die etwas haben und es zu etwas gebracht haben und diejenigen, die sich als Versager fühlen sollen. Hoch bezahlte Schwerverbrecher eines großen Automobilkonzerns haben die Öffentlichkeit zu täuschen und zu betrügen versucht. Was sind das für Leute, die überall damit angeben, „Verantwortung“ zu tragen? Wo ist bei denen die ethische Dimension neben dem Profitstreben? Ob das unseren Begriff von Arbeit auch ein bisschen beeinflusst?
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