Reise durch Wirklichkeiten

Mittwoch, 25. März 2026

Erfolg für Karrieristen

Ich lese und sehe immer wieder Interviews mit Personen, die uns als „erfolgreich“ im Markt vorgestellt werden. Dabei handelt es sich meist um Unternehmerinnen und Unternehmer, die eine Marke stark nach vorne gebracht haben sollen und schon in jungen Jahren mehrere erfolgreiche Unternehmen gegründet haben sollen. Was mir auffällt: diese Personen wurden meist durch ihr Elternhaus „programmiert“, waren entsprechend sozialisiert, waren früh an ein Dasein als Unternehmer oder „Führungsperson“ gewöhnt, indem sie dies Selbstbild als „normal“ annahmen. Man gibt an, schreibt vor, bestimmt, lenkt und - entlässt meist (die Begründungen hat man ja schon früh gelernt: Einsparungen, Kostensenkungen etc. --- betriebswirtschaftliche Kategorien, die man als universell gültig "verkauft"). D.h., diese Personen waren schon früh optimal an die Verhältnisse dieser Gesellschaft angepasst. Sie hingen keinen unnötigen Idealen nach, sondern waren eindeutig auf die Größe „Profit“ fixiert. Eigeninitiative dabei zu entwickeln und Netzwerke für sich und ihr „Anliegen“ rücksichtslos konsequent zu nutzen, sogen sie quasi mit der Muttermilch auf. Kritisch mit sich zu sein (als eine ständige Validierung) gehört da selbstverständlich dazu, das hat man meist auch im Studium der Betriebswirtschaft gelernt, das einem vom Elternhaus ermöglicht wurde. Der Gegenentwurf scheint mir die Selfmademillionärin oder der Selfmademillionär zu sein. Sich durchschlagen um jeden Preis“ scheint hier die Devise zu sein. „Sich durchsetzen“ mit allen Mitteln. (Nach der Logik der Kapitalgesellschaften) Geld einsammeln von anderen Personen und dabei Sicherheit vorspielen, auch wenn man total unsicher ist. Auf ein Ziel fixiert zu sein und kurzfristige Trieberfüllung dafür verschieben zu können, das ist es, - immer gewesen. Die bessere Idee haben, hart arbeiten, permanenter Wettbewerb, Rücksichtslosigkeit. Die harte Haltung der Umwelt gegenüber internalisiert haben, sie zur eigenen Persönlichkeit werden lassen und damit spielend auf andere Personen so zugehen, dass ich diese eigenen Wesenszüge gewinnbringend einsetze, dass ich möglichst smart und soft erscheine. Einen gewissen Lebensstil als Selbstverständlichkeit pflegen, weil einem dieser nach eigener Einschätzung „zusteht“. Die Fähigkeit, rechtzeitig umsteigen zu können - also eine Firma (mit all ihren Beschäftigen, die ja etwas zu dem „Erfolg“ beigetragen haben könnten) - zu verkaufen - scheint auch etwas zu sein, was solche Menschen auszeichnet. Mitmenschen scheinen für solche Unternehmerfiguren nur eine austauschbare Größe zu sein, die einem selbst nützen. Den Weg dazu eben oft auch neue Technologien, deren Eignung als Kapitalvervielfältigungsmaschine diese Leute früher als andere Personen erkennen und für sich zu nutzen versuchen. Die nötigen Phrasen, um dies als große Egostory zu „verkaufen“ haben ihnen meist einschlägige Think Tanks (Gedankenfabriken) oder ihre Verbände (als „notwendiges Übel“) nahe gelegt. Sie sind meist gestanzt und klingen etwas phrasenhaft. Tiefer darüber nachzudenken bleibt meist keine Zeit oder bringt keinen Profit. Delegieren an fähige(ere) Personen ist auch etwas, was man als solche Figur gelernt hat (auch wenn es noch genug Unternehmerfiguren "alter Prägung" gibt, die vorgeben, alles besser zu wissen).

Dienstag, 24. März 2026

Gitarren und Knochen

Ich erinnere mich sodann an jenes Mehrfachkonzert im Jahr 2007 mit Johnny Winter, für das ich als besonders geeignet ausgewählt worden war, - was mich dann aber ziemlich betroffen gemacht und zum Grübeln gebracht hat: „Er musste auf die Bühne geführt werden, wo er für die Dauer des gesamten Auftritt auf einem Stuhl Platz nahm. Er wirkte gebrechlich, hinfällig und hatte den schwarzen Texas-Hut tief ins Gesicht gezogen: Johnny Winter mag als 63-Jähriger zum Skelett abgemagert inzwischen ein trauriges Bild abgeben. Sobald er aber die Gitarre in die knochigen Hände nimmt, wird sie seine Freundin, der er jene ekstatisch aufgeladenen, flüssigen Läufe entlockt, die zu brennen scheinen, die für ihn typisch sind, ja, die seinen Sound ausmachen. Der alte Gefährte Rick Derringer, mit dem zusammen er vor mehr als 35 Jahren den internationalen Durchbruch schaffte, hatte zum Auftakt des Abends in der Filharmonie Filderstadt schon exzellentes Handwerk vorgeführt und sich als vielseitigen Sessiongitarristen vorstellen lassen, der unter anderem für Steely Dan in die Saiten gegriffen hat. Ehrensache, dass Derringer auch seinen mit den McCoys eingespielten Welthit „Hang on Sloopy“ aus dem Jahre 1965 noch einmal live aufpolierte. Was aber ein prägnantes Gitarrenspiel ist und was emotionale Dringlichkeit sein kann, das führte Johnny Winter selbst vor. Sein Bruder Edgar hatte als zweiter Künstler des Abends mit Titeln wie „Free ride“ oder „Frankenstein“ sein bescheidenes kreatives Vermögen mit großem Nachdruck unter Beweis gestellt. Ein paar Phrasen aus Rock und Blues, ein bisschen aufgedonnertes Keyboard- und Saxofonspiel: Naja. Den einsamen Höhepunkt steuerte ganz eindeutig sein Bruder Johnny bei, der seinem knorrigen Blues zunehmend knalligen Rock injizierte. „It’s all over now“, diesen Titel spielte er gegen Ende seines Auftritts. Nein, es soll noch nicht alles vorüber sein. Nein, jetzt doch noch nicht.“

Montag, 23. März 2026

Sinnsuche

Natürlich suchen wir alle nach dem Sinn in unserem Leben. Ein sinnloses Leben ist ein schwer zu ertragendes, wenn überhaupt zu ertragendes Leben. Also schafft sich jeder seine eigene Wirklichkeit, die in mancher Hinsicht eine familiäre, gesellschaftliche und idiologische Wirklichkeit. Jeder hat die Ansicht, dass seine eigene Wirklichkeit die wirkliche Wirklichkeit sei. Jeder, der sie anders sieht, ist „verrückt“. In diesem Zusammenhang mag sich auch ein Blick in den „Steppenwolf“ von Hermann Hesse lohnen, in dem es genau um dieses „Verrückt sein“ geht. Jedenfalls ist es so, dass das, was für den einen Unsinn ist, für den andern Sinn bedeuten. Was für den andern Sinn hat, ist für den ersten unter Umständen Unsinn. Ein Hinweis darauf ist, dass in verschiedenen Kulturen ein und dieselbe nonverbale Kommunikation eine ganz andere Bedeutung haben mag. Z.b. wird in Griechenland mit Kopfnicken ein „Nein“ angezeigt. Es gibt viele weitere Beispiele dieser Art. Ein mittlerweile viel beobachtetes Phänomen in unserer Gesellschaft kann es sein, dass die persönliche Wirklichkeitskonstruktion zusammen gebrochen ist (meist durch gravierende Ereignisse…). Durch Einführung einer anderen, neuen Wirklichkeitskonstruktion kann hier geholfen werden.

Sonntag, 22. März 2026

Vielen gewogen

Es gehört wohl schon seit längerem zum „woken“ Selbstvertändnis, sexuelle Positionen einzunehmen, die nicht mit dem Moralkodex der „offiziellen“ Gesellschaft zu vereinbaren sind und angeblich neue Wege beschreiten wollen (was die Traditionellen brennend zu interessieren scheint). Künstler machen/machten es vor: Schnell eingegangene und wieder aufgelöste „Beziehungen“, Dating, Promiskuität, Dreier, Vierer, Rudelbumsen, Swingerclub, hedonistisch geprägte Austauschverhältnisse der sexuellen Art: Alles Belustigungen oder auch Mittel einer scheinbaren „Befreiung“ und Selbstverwirklichung, sowie auch jederzeit reiner Hedonismus. Als „Selbstverwirklichung“. In Wirklichkeit vielleicht auch der instrumentelle Gebrauch des jeweils Anderen zur eigenen Lustbefriedigung. Gegenseitiges Einverständnis voraus gesetzt. Ob das mit der „Befreiung“ allerdings nachhaltig ist oder unter Umständen gar neue Zwänge mit sich bringt, mag dahingestellt bleiben. Probleme der Eifersucht sollten hierbei nicht in jedem Fall verniedlicht werden, das eigene Seelenheil und das alternativ verbrämte „Vergnügen“ der Selbstverwirklichung scheint aber oftmals hierbei ex- und implizit klar im Vordergrund zu stehen. Jedenfalls ist es so, dass zum Beispiel ich meine Energie nicht zugleich an verschiedene Menschen vergeuden kann. Ich will mir schon bewusst werden, was mir wichtig ist und was weniger. Das würde mir zu oft in Stress ausarten und wäre für mich nicht befriedigend zu bewältigen. Man müsste zudem gegen Verletzungen psychischer Art ein bisschen resilienter sein. Aber mir fällt ja schon der Umgang mit mir scheinbar nahestehenden Personen oder gar mit mir selbst schwer. Ich machde dabei Fehler. Das „befreite Leben“ könnte zudem auf Kosten der Intensität gehen, geschweige denn dem gemeinsamen Bewältigen von Schwierigkeiten abgehen. Jedenfalls für einen wie mich, der nicht zum schnellen, oberflächlichen Genuss neigt, der sich und seine Gehemmtheiten/Schüchternheit oft vor dem „Genuss“ überwinden muss, scheinen "offene Beziehungen" angesichts dessen schwierig. Bin auch nicht gewohnt, mich auf einem "freien Markt" dauernd anzubieten und alles, was vom gemeinhin Gültigen und Konventionellen abweicht, als befreiend zu empfinden und dabei die Nähe zum Hedonismus der Konsumgesellschaft zu leugnen. Es gehört solches schon lange zu einem scheinbar „alternativen“ Liebesgetue, dessen handelnd Angehörige sich hauptsächlich aus der oberen Mittelschicht rekrutieren. Promiskuität als Emanzipation anzusehen, hat eine lange Tradition, die bis zum Anfang des vergangenen Jahrhunderts zurück reicht. Man will und soll in ihrem Sinne „realistisch“ sein: jeden Wunsch zu erfüllen, sei kein einzelner Partner imstande, so das Credo der Polyamouranten. Also drängt es einen zu verschiedenen Partnern, von denen jeder ein bestimmtes Bedürfnis befriedigen soll. Dieser Mensch für dieses, ein anderer für etwas anderes! Als würde der Mensch nur aus solchen Bedürfnissen bestehen. Der Begriff der Entfremdung scheint mir da nicht weit zu sein. Man benutzt das an Menschen, was einem zunutze ist. Macht es sich passend. Den Rest wirft man weg. Das scheint mir Neoliberalismus und Egoismus in Reinkultur zu sein.

Freitag, 20. März 2026

Distinktion

Ob Rockmusik ein Mittel der Distinktion war, mit dem wir uns unterscheiden wollten von dieser „mechanischen“ und geldorientierten Welt? Das Verlangen danach war deutlich, - zumindest. Heutzutage ist oft genug das Bedürfnis daran geknüpft, sich möglichst einzigartig zu machen. Doch die Warenwelt kaperte das schon damals alles, die Drogenwelt tat oft ein Übriges, so dass nichts Zählbares davon übrig blieb. Die Typen mit den langen Haaren und Pferdeschwänzen sind heutzutage oft genug die schlimmsten unter den Schlimmen und geben sich als Geschäftlesmacher der übelsten Sorte. Ob wir uns Schutzräume durch die Musik gebaut hatten? Das sehr wohl. Nur war jeder dieser Schutzräume sehr individuell und speziell auf uns abgestimmt, wurde später von manchen unter uns auch nur zu gerne wieder aufgegeben, wenn es die Situation (ökonomisch bedingt) zu verlangen schien. Soziale Motivation war jedenfalls kaum dabei. Irgendwie "Soziales"….. Ob Rockmusik der Soundtrack unserer Gefühlswelt war? Uneingeschränkt ja. Nur, dass später die Könner und Kenner kamen, die akademisch Ausgebildeten, die alles nachmachen konnten, die alles simulieren konnten, auch wenn es inhaltlich mit ihrer Existenz nichts zu tun hatte. Die keine neuen Grenzen suchten, sondern das Gegebene nur perfekt reproduzieren konnten. Was war uns das Wort „alternativ“? Es wurde leider sehr schnell zu einer Art Verkaufsetikett, das seinen Anspruch zu selten einlöste. Lieblingsband? Wir standen mehr auf Lieblingsstücke, mochten aber auch bestimmte Künstler, denen wir im Hören näher kommen wollten - etwa Frank Zappa. Was für eine merkwürdige und mutige Gestalt! Einer, der auf seiner Phantasie Flügel ritt.... der sich davon tragen lassen konnte. Jeff Beck, Richard Thompson, Elvis Costello ("My aim is true"), Joe Jackson, - aber auch Nice, Tim Hardin, Tim und Jeff Buckley, Radiohead, Ruyichi Sakamoto, - Spürer, Explorateure, Abenteurer, Neugierige...… Die Nähe zum Rock ging bei ihnen aber bald über in eine Nähe zum Pop......“

Donnerstag, 19. März 2026

Demokratie, Entscheidungsfindung

Es wird beraten, formuliert und verhandelt, ehe „verabschiedet“ wird. Beschlüsse sollen Chancen eröffnen, Perspektiven aufzeigen, zügige Abwicklung nach sorgfältiger Prüfung herbei führen, einen Zugang eröffnen und den natürlich finanzieren, gutes Zusammenleben ermöglichen, Schutz und Sicherheit verschaffen, sie sollen Prinzipien folgen, Teilhabe soll sich ergeben, es werden Signale gegeben und vieles mehr.... Gut so!, so denke ich über die Entscheidungsfindungsprozesse in einer modernen Demokratie. Problem ist nur: diese ganze Vorgehensweise ist oft nicht sehr transparent, in hinteren Besprechungs- oder Tagungszimmern werden da Entschlüsse gefasst, die wir nicht nachvollziehen können und die oft genug das Ergebnis eines Gebens und Nehmens (eines Schacherns) sind, die in keinerlei Verbindung mit den inhaltlichen Problemen stehen. So geht das Handwerk der Politik, habe ich oft dazu gehört. Es ist ein komplizierter Prozess, der darauf gründet, dass wir die Berechtigung dazu eine Wahlperiode lang delegiert haben. Das sollen Andere für uns machen!, so die gängige Auffassung dahinter. Dass wir da aber besser nicht so genau hinschauen sollen, dass wir diese Prozesse den „Profis“ und ihrer latent absolutistischen Hinterzimmerdiplomatie überlassen sollen, gehört auch zu diesem Aushandlungsprozess, der oft genug ziemlich eigennützige und wenig sachorientierte Motive offenbart.

Mittwoch, 18. März 2026

Und nun das Wetter!

Wieso müssen denn diese Wettervorhersagen immer so blöde präsentiert werden? Da agiert eine Tante mit Pippi-Langstrumpf-Charme, die „Nooord, Spoooort oder Moooord“ immer so betont nooorddeutsch ausspricht (ob sie wohl die Wettervorhersage nur einem bestimmten Teil des „Volkes“ gönnt?), mit hektischen, ja geradezu eckigen Bewegungen, die wohl Aktivität ausstrahlen sollen (vielleicht sogar Hyperaktivität). Ihr Chef praktiziert dies wohl seit vielen Jahren und will damit wohl kompetenten Aktivismus versprühen. Doch sie drückt sich jetzt möglichst burschikos aus ("Suuuuper!") und simuliert eine Nähe, von der angenommen wird, dass das breite Volk sie sehr goutiert. Irgendein "positives Gefühl" halt. Man drückt sich nicht möglichst punktgenau oder sachlich aus, sondern man simuliert eine diffuse Nähe, die sich auch noch mit einem künstlich wirkenden Lausmädchenlächeln unterlegt. Das kommt wohl an!, - so ist zu vermuten. Auch ist beliebt, die großen Worte mit Fotos aus der Zuschauerschaft zu unterlegen. Überhaupt: die Verkünder der Wetterbotschaften sollten einem vertraut sein, das ist gut zu erkennen. Ihnen soll man trauen. Oder sie sollten einem wenigstens das Gefühl dafür verschaffen. ….. ach, jetzt bin ich schon bei den „Nachrichten“, die möglichst in großer Nähe zur Wettervorhersage so richtig locker im Infotainmentstil verzapft werden. Natürlich soll sie einem vertraut vor kommen, so dass man ihnen traut..…

Dienstag, 17. März 2026

Rock de luxe

Ob Rockmusik ein Mittel der Distinktion war, mit dem wir uns unterscheiden wollten von dieser „mechanischen“ und geldorientierten Welt? Das Verlangen danach war deutlich, - zumindest. Heutzutage ist oft genug das Bedürfnis daran geknüpft, sich möglichst einzigartig zu machen. Doch die Warenwelt kaperte das schon damals alles, die Drogenwelt tat oft ein Übriges, so dass nichts Zählbares davon übrig blieb. Die Typen mit den langen Haaren und Pferdeschwänzen sind heutzutage oft genug die schlimmsten unter den Schlimmen und geben sich als Geschäftlesmacher der übelsten Sorte. Ob wir uns Schutzräume durch die Musik gebaut hatten? Das sehr wohl. Nur war jeder dieser Schutzräume sehr individuell und speziell auf uns abgestimmt, wurde später von manchen unter uns auch nur zu gerne wieder aufgegeben, wenn es die Situation (ökonomisch bedingt) zu verlangen schien. Soziale Motivation war jedenfalls kaum dabei. Irgendwie "Soziales"….. Ob Rockmusik der Soundtrack unserer Gefühlswelt war? Uneingeschränkt ja. Nur, dass später die Könner und Kenner kamen, die akademisch Ausgebildeten, die alles nachmachen konnten, die alles simulieren konnten, auch wenn es inhaltlich mit ihrer Existenz nichts zu tun hatte. Die keine neuen Grenzen suchten, sondern das Gegebene nur perfekt reproduzieren konnten. Was war uns das Wort „alternativ“? Es wurde leider sehr schnell zu einer Art Verkaufsetikett, das seinen Anspruch zu selten einlöste. Lieblingsband? Wir standen mehr auf Lieblingsstücke, mochten aber auch bestimmte Künstler, denen wir im Hören näher kommen wollten - etwa Frank Zappa. Was für eine merkwürdige und mutige Gestalt! Einer, der auf seiner Phantasie Flügel ritt.... der sich davon tragen lassen konnte. Richard Thompson, Elvis Costello ("My aim is true"), Joe Jackson, - aber auch Nice, Tim Hardin, Tim und Jeff Buckley, Radiohead, Ruyichi Sakamoto, - Spürer, Explorateure, Abenteurer, Neugierige...… Die Nähe zum Rock ging ihnen aber bald über in eine Nähe zum Pop......“

Freitag, 13. März 2026

Altern

Du wirst älter und dir wird gewahr, dass du langsam ausscheidest aus dem Kreis der Handelnden. Du brauchst etwas, du willst etwas, aber der Weg dazu bleibt unklar. Die Medien trommeln dazu gute Laune. Mobilität? Du bist kaum noch dabei. Musst heftig löhnen dafür. Wer dafür verantwortlich sei, ist nicht so recht ersichtlich. Musst schauen, dass du den Anschluss hälst an Entwicklungen, die du kaum hast beeinflussen können, die über dich gekommen sind. So geht )Intransparenz. Da ist eine Verwaltung, eine Klasse der Wichtigs hat über dich und deinen Alltag (noch wichtiger: Konto!) verfügt, ohne Rücksicht auf irgendwelche Mitwirkungsrechte, die man früher „Partizipation“ nannte. Da ist Vieles schon durch bestimmte Parteistatuten geregelt, durch Aufstiegskanäle der Macht. Du verletzt Regeln, ohne es zu wissen, ohne es zu wollen. Du kommst in Schwierigkeiten, hast etwas nicht bezahlt, wirst sanktioniert. Im Rahmen der Meinungsfreiheit ist Majästetsbeleidigung nicht mehr erlaubt. Hast Fristen versäumt. Hast nicht rechtzeitig reagiert, setzt dich dem spöttischen Grinsen von Verwaltungsbeamten aus. Diese bedauern heuchlerisch, setzen einen aus – mit dem Hinweis „So ist es halt“. Die Situation wird stachelig, piekst einen in 1000 unerwarteten Situationen. Man gerät da hinein, ehe man sich`s versieht. Will man etwas, so hat man etwas zu bezahlen oder einen Wust an Formularen auszufüllen. Was kann man noch? Wo ist man ausgeliefert? Situationen, Konstellationen. Abwandern in Spielewelten? Fliehen. In Phantasien? Von anderen? In Unbekanntes, in bekannte Erinnerungen? Etwas wird unkontrollierbar. Entgleitet. Man versucht, Anschluss zu gewinnen und adaptiert. Leider der falsche Adapter. Man macht sich lächerlich.

Donnerstag, 12. März 2026

Mithalten....

Ich blicke in meine Umwelt und schreibe auch das Folgende auf: „Ich beobachte, wie sie alle vor dem Älterwerden fliehen. Betreiben nahezu manisch Sport, sind dauernd am Umziehen vom verschwitzten und also unbrauchbaren Klamotten ins richtige Outfit. Ich beobachte, wie die Gesichter faltiger werden, verletzlicher auch, wie sie sich wehren und auf dieser Strecke immer mehr zum Verlierer werden. Körperliche Gebrechen kommen hinzu, machen sie schwächer, liefern sie denen aus, denen sie nie ausgeliefert sein wollten. Sie dachten stets: „Das sind die, und das sind wir“. Doch jetzt sind sie selbst die Alten, gehören zu denen, ohne dass sie gefragt wurden. Die sind vielleicht auch reich, können sich Hilfe leisten, lassen kommen und geben Anweisungen. Und doch: sie lassen nach. Die Jungen verschwenden noch keinen Gedanken daran, leben nicht in dieser Welt. Das heißt: sie glauben nicht daran. In Silicon Valley tüfteln auch Firmen an der Idee der Unsterblichkeit, oder doch zumindest an der Lebensverlängerung. 120 Jahre oder auch 500 alt könne man locker werden, so heißt das. Wenn es denn so wäre, so wäre es wieder einmal typisch amerikanisch, dieser Idee mit technologischen Mitteln nachzugehen, so denke ich manchmal. Die sogenannten „Reichen“ könnten es sich leisten, der soziale Trash nicht. Die Idee des allgemeinen Gesundheitssystems ist hierzulande nur noch eine vage Idee, in den USA wird sie mitunter als Mischung aus Faschismus und Kommunismus bekämpft. Sie glauben immer noch an das Glück, das Verdienst der Tüchtigen. „Vom Tellerwäscher zum Millionär“. American Dream. Auch von daher lassen sich - beileibe nicht erschöpfend! - die Erfolge von jemand wie Donald Trump erklären. Da ist einer, der es weiß, der zu alter Größe zurück will (ob das bereits nicht schon eine Projektion ist?). Einer, der sich aus seinem Wissen zu den Armen hinabbeugen und es ihnen zeigen wird, - so in etwa der naive Glaube an solche Figuren.

Mittwoch, 11. März 2026

Lass die Sonne.....

Lass die Sonne in dich hinein... (Songtext von etwa 2011) Lass' die Sonne in Dir lachen es ist alles nicht so schlecht, wie es scheint wie sie scheint... sieh die Kraft, die sie dir gibt gehe immer auf der richtigen Seite, dort wo es hell ist dort wo du sein kannst und dich hin wünschst dort wo die Blumen blühen, in allen Farben und ihr Duft dich betört (ub, ca. 2011)

Dienstag, 10. März 2026

Orientierung

Ich schreibe mir das auf, indem ich mir für kurze Zeit des gewaltigen Stroms an Geschichte bewusst bin, der durch mich hindurch geflossen ist: Wo bin ich? Wo bin ich angekommen? Wer bin ich überhaupt? Was habe ich jemals gefunden? Bin ich alleine? Wer ist jemals bei mir gewesen? Ich wache auf und wundere mich. Ich bin plötzlich ein alter Sack. Und ich muss mir zugestehen: Das habe ich nicht so recht mitgekriegt. Wo sind sie hin, all die Chancen, die ich nie verwirklichen konnte, die ich immer weiter weg vertagt und in den Horizont geschoben habe, wo sie dann langsam entschwunden sind? Ja, es geht wirklich alles so schnell, - und es kommt mir jetzt vor, als ginge es noch schneller. Das Leben. Das, was in einem ist. Was einen ausmacht. Du gehst verwundert durch diese Gesellschaft hindurch, die Jungen gibt es immer, die Alten auch: währenddessen wirst du immer älter und gleitest wie durch einen Tunnel. Du könntest jetzt Vater sein, Großvater schon. Ich, Großvater? Mit Enkeln? Wer wäre ich denn?

Montag, 9. März 2026

Verrückte Fahrt

Du wolltest zuvor noch Grenzen durchbrechen, die sich dann aber alle verflüchtigt haben, von der Alltagsmühle zermahlen. Wir waren eine Clique, so was ähnliches jedenfalls (man nannte es damals so). Wir taten Dinge, die uns verrückt vorkamen. Sie waren aber vergleichsweise gar nicht so wild. Wir lenkten das Auto eines unserer Eltern von der Rückbank aus. Na und? Ging gut. Wir waren dabei besoffen. Ich hielt es für einen Witz und ein gutes Bonmot, wenn einer von uns immer stöhnte: „Wenn ich an meine Finanzen denk'“. Ich fühlte mich von der Sache her erhaben über so etwas. Das war ein glatter Witz, das war bizarr grotesk. Jeder macht sich auf seine Art lächerlich. Heute denke ich „Wenn ich nur schon damals öfter an meine Finanzen gedacht hätte“. Money makes the world go round. Der Mann mit dem Auto ist, wie ich gehört habe, inzwischen gestorben.

Sonntag, 8. März 2026

Bilder machen von....

Meine Fotos sind hauptsächlich Abbildungen dessen, was mir im Alltag oder in der Betrachtung des Alltags begegnet ist. Keine großartige KI-Montagen, nichts Spektakuläres, nichts besonders Treffendes, nichts von dem, auf dem das Auge wohlgefällig ruht. Eher das Gewöhnliche, „Normale“, das, was einem unvermittelt in mittlerer Qualität begegnet. Mir kommt es oft so vor, als würden relativ viele Leute immer noch daran glauben, dass jegliche Fotografie die Wirklichkeit abbildet. Hauptsache, technisch hervorragend. Wenn`s geht: die schöne Seite der Wirklichkeit, so, wie sie Social Medias oder die Hochglanzmagazine der Reisesehnsucht abbilden. Nicht das, was typisch für eine bestimmte Person ist. Wer interessiert sich denn schon dafür? Eigentlich müsste sich jeder fragen, ob es sich bei den visuellen Eindrücken, die auf ihn herein brechen, um eine gestellte Wirklichkeit handle. Eine in bestimmtem Interesse manipulierte Seite der Wirklichkeit. Retouchiert in Nettigkeit. Wie das geht, ist an anderer Stelle nachzulesen. Es gilt, Reflexe abzurufen, das scheinbar „Schöne“ so abzubilden und zu manipulieren, wie das Tausende vor einem gemacht haben. Nur besser sein. Höher, schneller, weiter. Das Klischee, Paris Eiffelturm, Männeken Piss, das war früher. Jetzt typische, vorgegebene Instagram- oder Tictoc-Motive usw. Am Rande eines Abgrunds. Hinausgebogen. Fotografie ist die größte Bewusstseinsmanipulationsmaschine der Welt: Es werden Massen von Fotos ins Netz geladen und damit auch Massen von Lügen. Es werden Ideale, zb der Einstellung zum eigenen Körper gegenüber, ausgegeben und verkauft. Aber auch das Politische macht da gerne mit: da werden Kampagnen gefahren und Propaganda für schlimmste Greueltaten abgesondert. Die eigene Politik „verkauft“.

Samstag, 7. März 2026

Ahh und Ooh

„Gib mir den letzten Abschiedsgruß, weil ich Dich verlassen muß...“. Ach, es ist ein einziges „Ahh“ und „Ohh“ dazu, die Herren haben sich in ihren akkuraten Anzügen zu einer schwarzweißen Phalanx aufgestellt, sie haben wieder einmal die Abendpflicht einer langen Tournee erfüllt. Ihre Dame, die eine, ist zu diesem Abschiedsständlein erst gar nicht mit auf die Bühne gekommen. Sie hat in ihrem märchenhaften Abendkleid wirkungsvoll in der Mitte der Bühne gesessen, sie hat sich in der Bewunderung ihrer männlichen Umgebung gesonnt und ist mit ihrer Violine gelegentlich zu einem Solo aufgestanden. Cecilia Crisafulli heißt die, die da so huldvoll tapfer gelächelt hat, wenn das Palast Orchester samt seinem Sänger Max Raabe solche großartigen Schmachtfetzen der zwanziger und dreisiger Jahre wie etwa „Du bist nicht die erste“ zelebriert hat. Das Palast Orchester gibt es schon mehr als zwanzig Jahre, die Dame ist noch keine zwei Jahre dabei. Rastlos zieht es durch die Welt und ist damit sogar bis in die schöne Barockstadt Ludwigsburg gekommen. An diesem Abend, in diesem Moment. Doch wie heißt das Tourneemotto? „Heute nacht oder nie“. Es gilt, im Hier und Jetzt zu leben. Aber ach, jeder Augenblick ist jetzt schon Vergangenheit. Ob seine ölig sonore Baritonstimme in der Realität auch so klingt oder ob's alles nur der Schein des Showgeschäfts einfordert? In der Pause wird in ausverkauften Reihen spekuliert. Max Raabe, der schlakse Sänger, trotz der mittlerweile gereiften Kunst des Orchesters ist er es, der vor allem und ganz vorne auf der Bühne das Publikum anspricht. Er hat solch profunde Einsichten wie „Die Liebe kommt, die Liebe geht, so lang ein Stern am Himmel steht“ zu bieten, er schnarrt als Conferencier knitzer Zwischenansagen mit harmlos verschmitztem Dackelblick lauter lakonisch trockene Pointen, er tritt auch gemessen steifen Schrittes hinter die Unterhaltungskunst des Orchesters zurück, um dann am Flügel zu lehnen. Lässig? Gelangweilt? Wir wissen es nicht. Er macht seine Sache ordentlich an diesem Abend, so richtig in Form ist er aber nicht. Gemessen an seinen eigenen Standards. Dafür kann sein Orchester aber aufs Genaueste brillieren und jeden kleinsten Triller in aberwitzigen Akzenten tirilieren, Das Lächeln, das Grinsen, die Mimik, die Gestik, die Kaspereien, die in zwölf Händen musikalisch exakt zur Melodie geschüttelten Glöcklein und das als herben Gag getrötete Basssaxofon, all die Soli und die Tutti: ach, sie sind gereift und „richtig gut“ geworden. Richtig gut mit einem Augenzwinkern. Natürlich führt das Repertoire über scheinbar neu entdeckte Lieder der Goldenen Jahre wie etwa „Wenn die Lisa nicht so schöne Beine hätt“ oder showtreppenerprobte Gassenhauer wie „Bei mir bist Du scheen“ über saisonal gebundene Schmankerl wie „Veronika, der Lenz ist da“ und diesmal relativ viele englischsprachige Songs a la „Singing in the Rain“ oder „These foolish Things“ wieder bis hin zum „Kleinen grünen Kaktus“. Er piekst nicht nur, sondern er sticht sticht sticht.... Auch an diesem Abend. Gut gemacht, das. Die Politur hat Charme, es ist ein Stern am Firmament deutscher Abendunterhaltung. Morgen heißt es schon wieder „Heute nacht oder nie“. Ludwigsburg ist halt nicht die erste. Nicht die erste Liebe und nicht die letzte Station.

Freitag, 6. März 2026

Wollen

Ich will auch meine Aufmerksamkeit für die scheinbar hässlichen und nebensächlichen Dinge des Alltags, für das Persönliche, das ins Öffentliche strebt und symptomatisch ist, für das Kleine, das im Großen verborgen ist, für die unmittelbare Umgebung, die doch den meisten Leuten so fern ist....... ich will verschiedene und andere Perspektiven! Das scheinbar Gegensätzliche auflösen in meinem Blick, meiner Art, ja, ich will darin durchaus erkannt werden. Welcher Mensch würde das nicht wollen?

Donnerstag, 5. März 2026

Betrachtung

Ich will auch meine Aufmerksamkeit für die scheinbar hässlichen und nebensächlichen Dinge des Alltags, für das Persönliche, das ins Öffentliche strebt und symptomatisch ist, für das Kleine, das im Großen verborgen ist, für die unmittelbare Umgebung, die doch den meisten Leuten so fern ist....... ich will verschiedene und andere Perspektiven! Das scheinbar Gegensätzliche auflösen in meinem

Mittwoch, 4. März 2026

Talk talk

Wobei mich Zweifel überfallen: Wenn irgendwelche ehemalige oberschlaue Musterschüler im Fernsehen in geschlossenem Kreis zusammensitzen, um mit Empfehlungen garniert bestimmte Maßnahmen zu preisen. Gerne wird dabei mit speziellen Kenntnissen geprahlt, die das eigene Selbstverständnis abstützen und gleichzeitig Legitimation nach außen demonstrieren sollen. „Hey, seht her; wir sind die Durchblicker….!“ soll dies wohl ausdrücken. Was mich daran stört: Solche Posen haben viel zu wenig die Fortschritte in gewisse gesellschaftliche Richtungen befördert. Sie wiesen meist eine Berechtigung aus, an gewissen Konferenzen über viele viele Flugmeilen und Honorare hinweg teilzunehmen, an den Talkshows der Wichtigen teilzunehmen, scheinbar „wichtige“ Vorträge zu halten und - nichts zu bewirken. Es steigt in dieser Gesellschaft ein Nebel an Geschwafel auf, der bei genauerem Hinsehen meist direkt interessengeleitet ist und eher zur Verwirrung als zu Klärung beiträgt. Es gibt wohl zahlreiche Politikwissenschaftler, die dies als ein modernes Zeichen einer Bewegung zum Totalitarismus deuten: gezielt Verwirrung stiften. Ein „mündiger Bürger“ würde sich angesichts dessen im Idealfall ein eigenes Bild machen (was schwer genug ist…..) und danach alle vier Jahre wählen: eine Partei, eine Bewegung, die dem entspricht, was ihm am ehesten einleuchtet. Leider stehen dem oft auch Gründe mangelnder Zeit entgegen (wer kann sich schon genau damit befassen?), was ökonomisch begründet sein könnte. Es fällt wohl jedem auf, dass dies in Zeiten einer digitalen Transparenz und Durchschaubarkeit bestimmter Prozesse zu wenig sein könnte, um demokratische Mitbestimmung und „Aufschung“ zu demonstrieren. Was also folgt daraus? Die „demokratischen Eliten“ könnten sich als vielleicht weniger geschlossene Gesellschaft darstellen, sie könnten auf eine breitere und klarere Erklärung von Umständen zielen. Sie könnten versuchen, die allgemeine Bevölkerungen bei ihren Beschlüssen und Maßnahmen mitzunehmen, erklären ins Einfach hin, ohne populistisch zu werden. Weniger Distinktion und Arroganz wäre angesagt, mehr Nähe zum Alltag der Vielen……, in einer fortgeschrittenen Gesellschaft, die sich gerne als solche präsentiert.

Dienstag, 3. März 2026

Weise?

Weil sie im ökonomischen Sinne nicht mehr mitstricken am Bruttosozialprodukt und der Wachstumsrate, weil sie in einer Gesellschaft der vermeintlich Starken zu den eher Schwachen gehören, fühlen sich viele ältere Menschen ausgegrenzt. Dabei könnten sie phantastische Lehrer sein, - bei einer durchaus aufgeklärten Distanz zur eigenen Position kombiniert mit einem gesunden Skeptizismus. Ja, auch das hat man im Alter gelernt: Die eigene Position ist nicht immer die einzig richtige. Und so gibt es viele Erkenntnisse, die im Alter gewachsen sein könnten und in einer Kombination aus Erfahrung mit Wissen weitergegeben werden könnten. Viele Bauchlandungen der verschiedensten Art könnten auf diese Weise verhindert werden. Klar, dass Egoismen auch präsent sind! Da ist nicht „Friede, Freude, Eierkuchen!“. Jaja, die Anpassungsfähigkeit den Neuen Medien und überhaupt dem Neuen gegenüber! Schwachpunkt? Vielleicht könnte hier aber auch eine gewisse Distanz helfen! Nicht das blinde Nachrennen gewissen Entwicklungen gegenüber wäre gefragt, sondern ein abwartendes, langsames und eher kritische Fragen stellendes Nachfolgen. Das bewährte Wissen in Kombination mit dem Neuen kann zu Ergebnissen führen! Erlebte Geschichten wollen in ihrer Bedeutung für den aktuellen Tag erkannt und gedeutet werden! Gelassenheit und Unaufgeregtheit können zu dem Schatz dessen gehören, was auch dem aktuellen Tag samt seiner Hektik sehr nützen kann. Da schlummert ein Reservoir, das mit zunehmender Dynamik der Demographie und einer freundlich abnehmenden Vorurteilsfähigkeit gehoben werden könnte. Auch im Angesicht der jetzt dauernd unterstellten Faulheit und mangelnden Leistungsbereitschaft. Oh ja, das mag sich auch auf gewisse körperliche Anfälligkeiten beziehen: Wir werden nicht alle so stark bleiben, wie wir uns heute fühlen! Damit umgehen zu können, es einzubeziehen ins tägliche Dasein, könnte auch etwas von dem ausmachen, was wir von reiferen Menschen profitieren könnten.

Montag, 2. März 2026

Was bleibt?

Ich will hier unter anderem auch einen Abdruck meiner Person hinterlassen, in Text, Musik und Fotografie. So zögerlich und ambivalent wie ich beschaffen bin, - und inzwischen ziehe ich mannigfache Bilanz! - bringe ich dazu auch Fotos und selbstgeschaffene Musik in Anschlag, in eine „unterirdische“ Beziehung. Dass dies ein multimedialer Ansatz sein könnte, der Body, Heart and Mind vereinen will, ist von Anfang an nicht ins Blickfeld der Leute gedrungen: Mein Blog, meine Posts, mein öffentliches Tagebuch ist nicht gerade ein Burner in der Internet-Welt. Es ist etwas, mit dem ich manchmal auch erst nach längeren inneren Kämpfen übereinstimme: Es ist ein Zeugnis meines Ich. Völlig sinnlos!, so höre ich manche Stimmen sagen. Doch was hat diesen Sinn in dieser Welt? Wir schaffen ihn uns, mal positiv gedeutet. Alles ist sowieso sinnlos, würden Andere sagen. Etwas abschaben vom Baum des Lebens, etwas Sinn abringen, etwas, das mir und dem gehört was ich mir unter „Mir“ vorstelle, das könnte etwas sein. Mein Ich. Ich muss mich da im Dunklen vortasten, ich muss darum kämpfen und mich anstrengen, ich muss es auszudrücken und mitzuteilen versuchen. Ich muss erstaunt den Blick heben. Irritiert. Jederzeit zur Orientierung bereit. Auch wenn das nicht in den aktuell grassierenden Wohlstandshedonismus passt, wo alles erlaubt ist, was „Spass macht“. Wo Menschen zu diesem "Zweck" beliebig ausgetauscht und ersetzt werden.